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Foto (c) von Oma gefördert

Von Oma gefördert

Kennst du das, wenn Du es nicht schaffst frühmorgens aufzustehenn?“, fragt Luca in dem berührenden Mumblecore-Drama „Luca tanzt leise“ von Philipp Eichholtz den KfZ-Mechaniker Kurt. Luca ist 25, gemeinsam mit dem wesentlich älteren Kurt holt die junge Berlinerin ihr Abitur nach. Hinter Luca liegen zehn dunkle Jahre, in denen Depressionen es ihr unmöglich gemacht haben, ihr Leben zu leben. Doch nun fühlt sie sich für ihren Hund Mata, den sie aus einer bulgarischen Tötungsstation gerettet hat, verantwortlich. Mit dem freundlichen Vierbeiner ist wieder ein wenig Freude und Motivation in ihr Leben zurückgekehrt. Die von Martina Schöne-Radunski („Kaptn Oskar“) anrührend verkörperte Luka, träumt jetzt sogar manchmal davon Tierärztin zu werden. Doch so einfach ist das alles leider nie: Eine alte Freundin kommt kurz vor ihren Prüfungen einfach überraschend zu Besuch und die labile Luka vermag sie nicht abzuweisen, zieht mit ihr um die Häuser. Außerdem lässt sie sich erneut auf ihren drogenabhängigen, zur Gewalttätigkeit neigenden Freund Ben ein.

Der vornehmlich improvisierte Film ist nach dem dogmaartigen „Sehr gute Filme“- Manifest entstanden, in dem es unter anderem heißt, dass eine inhaltliche Bevormundung durch Förderer als kontraproduktiv erachtet wird. Deshalb setzte Eichholtz auch seinen zweiten Film mit Hilfe der Produktionsfirma „Von Oma gefördert“ um. Auch sein Erstlingswerk „Liebe mich“ war eine überaus authentische Low-Budget-Produktion. Bleibt zu hoffen, dass das großmütterliche Kleingeld noch für eine weiteren leisen, unabhängigen und bewegenden Spielfilm reicht.

In: Missy Magazine 01/17