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Foto: (c) Victoria Stevens

GASPAR NOÉS NEUER FILM “ENTER THE VOID”

MIT DAFT PUNK IM RAUSCH DER TOTEN

Der Skandalregisseur ist mit seinem neuen Film “Enter The Void” zurück.
 Gaspar Noés Film “Irreversibel” wurde wegen einer drastischen Vergewaltigungsszene zum Skandal. “Enter The Void” beginnt als Geschichte um den kleinen Drogendealer Oscar und endet in einem psychedelischen Mahlstrom der Zeiten, unterlegt mit einer Synthesizer-Version eines Musikstücks von Bach und noch mehr abgefahrenem Soundtrack, den Daft Punks Thomas Bangalter ausgetüftelt hat. Gabriele Summen (geb. Scholz) sprach mit Gaspar Noé.
Ihre Filme wirken verstörend – glauben Sie eigentlich an irgendetwas?
Ich glaube an das Leben, das sich die ganze Zeit über verändert. Aber ich bin zu hundert Prozent Atheist.

Ziemlich am Anfang von “Enter The Void” stirbt Ihre Hauptfigur Oscar und durchlebt dann eine Art “out of body experience”. Haben Sie schon einmal so eine Erfahrung gemacht?
Ich habe es wirklich versucht, zum Beispiel Hypnose gemacht, um aus meinem Körper herauszutreten, aber es ist mir nie gelungen. Es gibt eine Technik, bei der man den Atem anhält und im Abstand von drei Minuten einatmet. Wegen des Sauerstoffmangels fühlt man sich zwar wie im Drogenrausch, aber es ist mir nie gelungen, den Körper mithilfe dieser Technik zu verlassen. Vielleicht musste ich deshalb “Enter The Void” machen, um doch noch eine “out of body experience” zu erleben.

Wenn man Ihren Film gesehen hat, könnte man sich wünschen, niemals zu sterben …
Tot zu sein scheint mir ein stabilerer Zustand zu sein, als lebendig zu sein. Wenn du tot bist, bewegst du dich nicht mehr. Aber lebendig zu sein bedeutet: Du schwebst die ganze Zeit in Lebensgefahr. Die Toten leben mitten unter uns.

Gaspar Noé / Intro 16.8.2010