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Lautes Schweigen

Ein klaustrophobischer Blick auf die Folter im Iran – und die Weigerung einer Frau, sich psychisch brechen zu lassen.

Die ersten 20 Minuten dieses Films vergisst man nicht mehr: Roya, eine Menschenrechtsaktivistin, wird aus ihre winzigen Einzelzelle im berüchtigten Teheraner Gefängnis Evin zum Verhör gezerrt. Gezwungen, einen Tschador zu tragen und den Blick gesenkt zu halten, wird ihre eingeschränkte Sicht zu der unseren: Wir starren auf frische Blutspuren, während die Schreie gefolterter Frauen die Gänge füllen. Doch Roya verweigert ein falsches Geständnis. Die Regisseurin, die selbst mehrfach in dem berüchtigten Gefängnis inhaftiert war, zeichnet eindringlich die psychischen Verheerungen von Isolation und Folter nach. Traum(a) und Realität sind nicht mehr auseinanderzuhalten. Doch diese Schrecken münden nicht in das Ende der Welt, wie man Roya einzubläuen versucht, sondern in ungebrochener Wahrheit.

In: Stadtrevue von Mai 2026