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Naturschutz-Abo statt Netflix

Planet Wild will die Welt von unten reparieren, unterstützt Rewilding-Projekte und dokumentiert in Filmen, wie die Mittel vor Ort eingesetzt werden.

»Und plötzlich kommt da hinter den Bäumen diese Herde Bisons hervor!« Jonas Brandau sitzt in einem Büro in Berlin-Mitte, aber seine Augen leuchten, als stünde er gerade wieder im polnischen Urwald. »Diese Energie, wie sie atmen, diese tiefen Geräusche – auf einmal bist du weg von deinem Schreibtisch. Mitten in der Natur.«

Es war die erste Mission von Planet Wild. Was Brandau hier begeistert schildert, ist das Geschäftsmodell eines jungen Berliner Startups: Naturschutz als Erlebnis-Abo. Das Prinzip ist simpel: Jeden Monat unterstützen die zahlenden Mitglieder ein ausgewähltes Rewilding-Projekt. Und alle 30 Tage liefert Planet Wild den Beweis für die Wirksamkeit: In spannenden und lehrreichen Videodokumentationen wird gezeigt, wie die Mittel vor Ort eingesetzt wurden. So wird aus einer anonymen Überweisung eine greifbare Mission, bei der man den Erfolg mit eigenen Augen sehen kann.

Die Gründer Jonas Brandau, Markus Gilles und Andreas Pursian sind keine Biologen. Sie sind Filmemacher. Kennengelernt haben sie sich an der Berliner »Filmarche«, einer selbstverwalteten Filmschule. Zunächst drifteten sie durch die Berliner Startup-Szene der 2010er Jahre. In New York surften sie auf der ersten großen Digital-Welle. Doch dann wanderte Gilles erst einmal von Alaska bis Patagonien und musste den Zerfall von Ökosystemen mit ansehen, unterdessen reiste Brandau mit seinem serbischen Straßenhund Ben mit dem Bus durch Europa.